Das Fujifilm Q Menu verwenden

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis ich mich -nach dem Umstieg von mFT auf Fuji- endlich mal näher mit dem Fuji Q Menu oder auch Schnell-Menu genannt, befasst habe. Umso unverständlicher, da ich solch ein Schnell-Menu bereits von Olympus (SCP) gewohnt war. Bis dato hatte ich die zusätzlichen Einstellungen auf Fn-Tasten gelegt, denn das meiste lässt sich bei Fuji Kameras ja ohnehin per Auswahlrad direkt einstellen. Aber schon bei Olympus hat es mich häufig genervt, sich merken zu müssen, welche Funktion jetzt auf welcher Taste liegt.

Vor kurzem kam dann spontan die Idee, die o.g. Funktionen doch direkt über das Fuji Q-Menu zu steuern. Auslöser war u.a. die Anschaffung der X-T100, die deutlich mehr Einsteiger-Modell ist und weniger Fn-Tasten/Räder zur Verfügung hat als die Top-Modelle. Inzwischen tummeln sich bei mir X-H1, X-T3, X-T20 und X-T100 – alle doch recht unterschiedlich in der Anordnung und Anzahl der Tasten/Räder. Mit Hilfe des Q-Menu lässt sich nämlich auch die Bedienung von verschiedenen Kameramodellen (nahezu) vereinheitlichen.

Schnelleinstellung & Filmsimulationen
Grundsätzlich lässt sich das Q Menu für mich in zwei Anwendungsfälle einteilen:
1. Schnellübersicht und Einstellung allgemeiner Funktionen/Parameter
2. Schneller Wechsel zwischen individuell eingestellten Fuji Filmsimulationen

Das bedeutet das Q Menu dient einerseits zum Ändern von grundsätzlichen Kameraeinstellungen wie Bildqualität/-grösse, Verschlussart, Selbstauslöser etc.
Auf der anderen Seite zur schnellen Änderung der Filmsimulationen mit individuell einstellbaren (Bild)Parametern wie Schärfe, Rauschunterdrückung, Weißabgleich etc. Und hier komme ich auch gleich zu meinem ersten Kritikpunkt des Q Menus. Warum lassen sich lediglich (JPG)Bildparameter abspeichern? Genauso gut ließen sich auch weitere Kameraeinstellungen auf den Speicherplätzen C1 bis C7 ablegen. Bei den meisten Kameraherstellern wird dies inzwischen über die C1-C3 Speicerplätze auf dem PSAM Rad gelöst. Fuji hätte mit C1-C7 sogar deutlich mehr Speicherplätze zur Verfügung. Aber vermutlich setzt hier die analoge Bedienung über Räder die Grenzen. Ansonsten müsste man erst alle Einstellräder auf Auto Position drehen, um dann sämtliche Funktionen mit einem Dreh im Q Menu umstellen zu können.

Q-Menu einrichten
Hält man die Q-Taste einige Sekunden gedrückt, öffnet sich das Setup-Menu ohne das man ins Hauptmenu muss. Dann lassen sich insgesamt 16 Felder mit Funktionen belegen.

Setup Bildschirm des Q Menu

Das 1. Feld links oben sollte man in der Standardeinstellung „Ben.Einst.Ausw.“ lassen. Diese Benutzer-Einstellung-Auswählen Funktion sorgt nämlich dafür, dass man schnell zwischen den vorprogrammierbaren Setups=Benutzereinstellung C1-C7 wechseln kann. Unter C1-C7 lassen sich allerdings nur bestimmte Funktionen zu einer Setup Kombination zusammenfassen. Die möglichen Funktionen hängen auch vom Kameramodell ab. Bei X-H1 und X-T3 lassen sich beispielsweise ISO-Auto nicht im Q-Menu hinterlegen, da beide das ISO Direktwahlrad oben haben. Bei X-T20 oder X-T100 dagegen sehr wohl. Das gleiche gilt für die AE Messmethode, da X-H1 und X-T3 auch dafür ein Direktwahlrad haben. Aus diesem Grund bleiben diese Felder an X-H1 und X-T3 bei mir grau d.h. ohne Funktion belegt.

Q Menu an meiner X-T3
Q Menu an meiner X-T20 mit ISO Auto

Einschränkungen bei C1 bis C7
Wie bereits eingangs erwähnt, ändern sich beim Wechsel der benutzerdefinierten Einstellungen auch nur ausgewählte Funktionen auf den benutzerdefinierten Speicherplätzen C1 bis C7. Primär sind das die Filmsimulationen, Dynamikbereich, Weissabgleich, sowie JPG Einstellungen wie Farbe, Schärfe, Rauschreduktion etc.

Auswahl möglicher Funktionen für das Q Menu

Bei der X-T20 und X-T100 steht auch ISO Auto zur Auswahl, so dass man schnell zwischen spezifischen ISO Auto Einstellungen wechseln kann. Ich habe beispielsweise eine Standard ISO Auto mit ISO 160-3200 und automatischer Verschlusszeitenwahl. Wenn ich dann plötzlich bewegende Motive einfrieren möchte, habe ich eine ISO Auto 2 mit vorgegebener 1/500 sek. als minimale Verschlusszeit.
Funktionen wie Gesichtserkennung, Bildqualität oder -grösse ändern sich dagegen nicht. Versucht man beispielsweise auf C4 die Augenerkennung auf dem linken Auge abzuspeichern, wird dies leider für alle C1 bis C7 übernommen. Insofern empfinde ich die Nutzbarkeit der Speichermöglichkeit auf C1 bis C7 insgesamt als eingeschränkt. Schlussendlich nutze ich lediglich C1 mit den o.g. Basisfunktionen, die ich bei allen Bodies nutzen möchte.

Benutzerdefinierte Namen vergeben
Zur besseren Unterscheidung lassen sich den Speicherplätzen C1-C7 auch individuelle Namen zuweisen. Im Kameramenu unter IQ/BEN.EINST.BEARBEITEN/SPEICHER kann man beim jeweiligen Speicherplatz unter BENUTZERDEF. NAME EINGEBEN eine Bezeichnung mit bis zu 25 Zeichen eingeben. Man kann dieses Einstellmenu auch direkt durch Gedrückthalten der Q Taste während man im Setup Modus ist, aufrufen. Anschließend sieht man dann beim Drücken der Q Taste diese Beschreibung neben dem jeweiligen Speicherplatz.

Auswählen der Funktion
Beim Druck auf die Q Taste lassen sich auf dem LCD die jeweiligen Werte grundsätzlich per Druck auf den Touchscreen einstellen. Bei der X-T100 funktioniert dies seltsamerweise nicht. Dort funktioniert lediglich die Einstellung per 4-Wege-Steuerkreuz und Drehrad. Im Sucher lassen sich die Felder per 4-Wege-Steuerkreuz oder Joystick auswählen und mit dem hinteren Drehrad einstellen.

Auswahl per Touchscreen an der X-T3

Im Sucher verändert man die Werte direkt im jeweiligen Feld

Praktisch übrigens, dass sich die Kamera die letzte ausgewählte Position im Q Menu merkt. Klickt man erneut auf die Q Taste , ist man sofort wieder auf der zuletzt eingestellten Funktion. Gilt allerdings nur wenn die Kamera eingeschaltet bleibt. Nach dem Ausschalten der Kamera und Drücken der Q-Taste, springt sie wieder auf das 1. linke obere Feld zurück.

FAZIT
Das Q Menu stellt sich als gute und schnelle Alternative für Verwendung von Fn-Tasten heraus. Man muss sich nicht merken wo man was abgespeichert hat und es gibt zudem einen schnellen Überblick über die eingestellten Parameter. Außerdem vereinheitlicht es die Bedienung verschiedener Fuji Kameras weitestgehend. Wünschenswert wäre, wenn man auf den Speicherplätzen C1 bis C7 noch mehr Funktionen dauerhaft auf dem jeweiligen Speicherplatz ablegen könnte, so das mit einem Dreh auch diese Parameter geändert werden könnten.

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