Equipment

Ich ziere mich ehrlich gesagt immer ein wenig eine Equipment Liste zu erstellen. Klar – ohne Equipment kein Foto. Dennoch ist mir das Thema bei vielen Fotografen viel zu dominant. Einige versteigen sich dann sogar in Aussagen wie, dieses und jenes Foto bekommt man nur mit dieser oder jener Kamera/Linse hin. Ich stehe ganz klar auf dem Standpunkt – ein guter Fotograf macht selbst mit einem Smartphone gute Bilder und zumeist besser als viele mit ihren Riesenboliden. Ausrüstung ist einfach Mittel zum Zweck. Die Wahl der Ausrüstung wird von den meisten maßlos überschätzt. Das Internet mit seinen Millionen von (gekauften) Erfahrungsberichten sorgt leider für permanentes GAS (Gear-Acquisition-Syndrome) bei vielen Fotografen. Das eigentliche Ziel der Fotografie -Momente einzufangen- gerät dabei sehr oft in den Hintergrund. Häufig wird mehr getestet und verglichen als wirklich fotografiert. Die Ausrüstung ist nicht mehr Werkzeug zum Bildermachen, sondern Testen wird zum Lebensinhalt.

Dennoch geht es nicht ohne und warum ich gerade mit dieser Kamera oder jenem Objektiv fotografiere, möchte ich nachfolgend erläutern.

Kameras

Mein digitaler Weg ging von einer Canon EOS 350D über 40D, 5D, 7D, 5D MKII, Olympus E-M5, E-M1 hin zu meiner aktuellen E-M1 MKII, sowie der Panasonic GH5 und der Mini GM5.

Die GM5 ist ein kleines Wunderwerk. Es ist die kleinste mFT Kamera mit wechselbarem Objektiv und Sucher und dabei nicht grösser als eine Zigarettenschachtel. Seit Erscheinen auf der Photokina 2014 habe ich zwei Stück davon – immer griffbereit im Auto liegen. Ich liebe die beiden Minis!

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

 

Meine beiden Arbeitstiere sind aktuell die Olympus E-M1 Mark II, sowie die im März 2017 erschienene Panasonic GH5.

Panasonic DC-GH5 (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

 

Bei beiden Kameras habe ich lange mit dem Preis gehadert. Die neue selbstbewusste Preispolitik von Olympus und Panasonic mit mFT Bodies scharf an der 2000€ Grenze gefiel mir von Anfang an nicht. Wenn man sich Fuji mit der X-T2 anschaut, sieht man das es auch anders geht. Schließlich habe ich die E-M1 MKII gebraucht und die GH5 zu einem guten Setpreis erstanden, da ich insbesondere von der GH5 ergonomisch richtig angetan bin. Bei der E-M1 MKII gab den Ausschlag, die bei Panasonic bereits lange Zeit implementierte Funktion das AF Feld per Touchscreen zu verschieben, während man durch den Sucher guckt. Schneller kann man nicht scharfstellen und das ist mir wichtig. Von der Bildqualität tun sich beide Kameras mit ihren 20 Mpx Sensoren nichts. Davon ab reichen auch die 16 Mpx der „alten“ mFT Kameras vollkommen aus. Interessant ist übrigens auch, dass beide im Vergleich zum Vorgängermodell schwerer geworden sind – vor allen Dingen die GH5. Die zusätzliche Masse hilft vor allen Dingen bei langen Telebrennweiten – Masse beruhigt einfach.

Objektive

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/6.3, 1/125 sec, ISO200)

 

Da hat sich in der Zwischenzeit eine breite Palette von Panasonic und Olympus bei mir angesammelt – von 7-400mm (14-800mm KB) ist alles dabei. Deshalb möchte nachfolgend nur meine besonderen Lieblinge ansprechen.

Olympus 12-100mm f4

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

 

Was habe ich mit dem Kopf geschüttelt als Olympus diese Linse zur Photokina 2016 angekündigt hatte. Ein „Suppenzoom“ mit konstant f4 als neue Pro-Linse…das kann nicht gutgehen. Und wie das gutgeht! Ich weiß nicht wie die Olympus Ingenieure das machen aber diese Linse ist wirklich sagenhaft. Vom Weitwinkel bis zum Telebereich offenblendig bis in die Ecke scharf und trotzdem ein schönes Boukeh – im Gegensatz zum 40-150 f2.8 welches auch knackscharf ist aber etwas harsch beim Boukeh. Und dann der eingebaute IS, welcher mit dem der Olympus Kamera synchronisiert ist, schafft wirklich unglaubliche Freihandzeiten. Eine Sekunde ist kein grosses Problem! Mein absoluter Liebling im Moment und immer drauf. Mein 12-40mm f2.8 verstaubt.

Olympus 300mm f4

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/6.3, 1/125 sec, ISO200)

 

Ich könnte jetzt den Text von oben wiederholen, allerdings konnte man diese Bildqualität bei dieser Festbrennweite von Olympus erwarten. Olympus hat bereits mit den älteren Four Third Telebrennweiten 300mm f2.8, sowie 150mm f2.0 gezeigt zu was sie in der Lage sind. Und sie haben (wieder) geliefert. Knackscharf, rasendschneller AF und ein phänomenaler IS, welcher ebenfalls mit dem Kamera IS synchroniert wird und so unglaubliche Zeiten bei KB-äquivalenten 600mm zulässt. Mit dem TC 1,4x hat man 420mm f5.6 was 840mm KB entspricht. Clou der Stativschelle ist ein integrierter Arca Swiss Schuh (die Platte im Foto diente nur zur Stabilisierung). Kurzum ein echtes Meisterstück des Objektivbaus.

Leica Nocticron 42,5mm f1.2

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

 

Man muss mit diesem Meisterstück mal fotografiert haben, um die Faszination verstehen zu können. Ich hatte es lange Zeit ignoriert da auch der Olympus Winzling 45mm f1.8 ein klasse Objektiv ist. Das reichte mir. Bis ich dann den Fehler beging das Nocticron auszuprobieren…das 45mm f1.8 war dann schnell verkauft. Für mich immer noch das schärfste Objektiv im gesamten mFT Programm und vor allen Dingen das mit dem schönsten Boukeh. Denn knackscharfe Linsen gibt es reihenweise bei mFT. Selbst die „Kitscherben“.

Lumix 12-32mm f3.5-5.6 Asph.

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/7.1, 1/125 sec, ISO200)

 

Eine dieser „Kitscherben“ ist das 12-32 f3.5-5.6. Es liefert keine überragende Bildqualität ab aber das ausfahrbare Zoom steht synonym für das gesamte mFT System – klein&ideenreich. In diesem Winzling ist sogar noch ein IS untergebracht. Zusammen mit der GM5 ein Dreamteam. In die gleiche Kategorie fällt auch noch das 35-100mm f4-5.6 Asph. welches ebenfalls ausfahrbar ist und IS beeinhaltet. Für mich war diese Kombi das Ende meiner Kompaktkameras für unterwegs.

Olympus FT 150mm f2.0

OLYMPUS E-M1MarkII (35mm, f/6.3, 1/125 sec, ISO200)

 

Ich muss das sogenannte „Tönnchen“ erwähnen, auch wenn ich es wirklich selten verwende. Diese Linse erinnert mich an mein altes EF 200mm f1.8L und den Spruch: „Lichtstärke ist durch nichts zu ersetzen“. Genau wie Canon in den 90er Jahren, hat Olympus hier nach der Jahrtausendwende ein echtes optisches Meisterstück abgeliefert. Allerdings ist das Olympus bereits bei Offenblende scharf wohingegen das Canon doch besser 2/3-1 Blende abgeblendet werden musste. Und man sieht beim 150mm den Unterschied zu den neueren mFT Rechnungen, die ja hauptsächlich per Software korrigiert werden – das 150mm ist eine optische Wucht. Das Boukeh ist wirklich sahnig. Es muss an mFT Kameras mit einem linsenlosen Adapter wie dem MMF-3 (an Olympus E-M1&II) betrieben werden und der AF Sound&Speed sind nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Aber auch mit der E-M1 MKII ist diese Linse voll nutzbar und erstaunlich schnell.

 

Ansonsten tummeln sich noch viele weitere Linsen in meinem Portfolio, die wirklich hervorragend sind. Ich habe so ein durchgängig hohes Niveau bei Schärfe und Bildqualität niemals für möglich gehalten. Allenfalls bei Leica mit den entsprechenden Preisen. Aber das mFT Linsenprogramm zählt zu den besten auf dem Markt. Und das gilt für beide – sowohl Olympus als auch Panasonic.