Equipment

Ich ziere mich immer ein wenig Equipment Listen zu erstellen. Klar – ohne Ausrüstung kein Foto. Dennoch ist mir das Thema bei vielen Fotografen viel zu dominant. Einige versteigen sich dann sogar in Aussagen wie, dieses und jenes Foto bekommt man nur mit dieser oder jener Kamera/Linse hin. Ich stehe ganz klar auf dem Standpunkt – ein guter Fotograf macht selbst mit einem Smartphone gute Bilder und zumeist bessere als viele mit ihren Riesenboliden. Ausrüstung ist Mittel zum Zweck. Die Wahl der Ausrüstung wird von vielen Hobbyfotografen maßlos überschätzt. Das Internet mit seinen Millionen von (gekauften) Erfahrungsberichten sorgt leider für permanentes GAS (Gear-Acquisition-Syndrome) bei vielen Fotografen. Das eigentliche Ziel der Fotografie -Momente einzufangen- gerät dabei sehr oft in den Hintergrund. Häufig wird mehr getestet und verglichen als wirklich fotografiert. Die Ausrüstung ist nicht mehr Werkzeug zum Bildermachen, sondern Testen wird zum Lebensinhalt.

Dennoch geht es nicht ohne und warum ich gerade mit dieser Kamera oder jenem Objektiv fotografiere, möchte ich nachfolgend erläutern.

Kameras

Mein digitaler Weg ging von einer Canon EOS 350D über 40D, 5D, 7D, 5D MKII, Olympus E-M5, E-M1, E-M1 MKII, Panasonic GH5, G9, GM5 bis hin zur aktuellen Fujifilm X-H1 und X-T20. Oder kurzgefasst – 20 Jahre Canon, 5 Jahre Oly/Pana und seit einem Jahr Fujifilm.

Die X-T20 ist die kleinste aktuelle Fuji mit X-Trans III Sensor sehr kompakt aber vollwertig ausgestattet.

 

Meine beiden Arbeitstiere sind aber aktuell zwei Fuji X-H1.

An der X-H1 begeistert mich vor allem der Verschluss – für mich der derzeit beste Verschluss auf dem Markt. Ein weiterer Grund und damit ein Grund gegen die X-T2, ist der erstmals in einer Fuji verbaute IBIS. Das war ich von mFT gewohnt und das wollte ich nicht mehr missen. Hinzu kam das viele Festbrennweiten wie das 23mm f1.4 oder das 56mm f1.2 keinen Stabilisator haben. Ich werde halt auch nicht jünger und mein Tatter hat teilweise schon Auswirkungen auf die Schärfe.

Objektive

Da hat sich in der Kürze der Zeit bereits eine breite Palette von Fujifilm Linsen bei mir angesammelt – von 9-400mm (14-1219mm KB) ist inzwischen alles dabei. Aufgrund der extrem guten Qualität heutiger Zoomobjektive bin ich heutzutage ein klarer Zoomer. Festbrennweiten faszinierne mich immer wieder bei bestimmten Einsätzen wie z.B. Hochzeiten aber auf Reisen ist damit Programm oft dicht gedrängt und nichts ist mir verhasster als Objektivwechsel. Zum einen weil es Zeit kostet aber auch wegen des möglichen Staubeintrages ins Gehäuse und der Gefahr das was runterfällt. Und der „Fußzoom“ funktioniert ahlt auch nicht immer. Insofern war ich zu Beginn gespannt, ob Fuji da mithalten kann. Denn MFT hat do schon einige kompakte Knaller im Programm wie das 12-100 f4, Lumix 7-14 f4 oder das 40-150 f2.8. Aber auch da bin ich inzwischen beruhigt, da Fuji das Metier ebenfalls beherrscht. Nachfolgend einige meiner besonderen Lieblinge.

 

Fujifilm XF 10-24mm f4

Ultraweitwinkel ist bei mir aufgrund der häufigen Landschaftsfotografie gesetzt. Das interessante an dem 10-24er ist, dass man am langen Ende eben auch die 35mm KB Reportage-Brennweite hat. Damit eignet es sich für mich als optimales Immerdrauf-Objektiv. Und die f4 reichen mir. Bei Landschaft blende ich ohnehin meist auf f5.6 bis f8 ab. Das neue XF 8-16mm f2.8 hätte ich mir auch in f4 von Fuji gewünscht. Mit f2.8 ist es ein ganz schöner Brummer geworden.

Fujifilm XF 23mm f1.4

Das 23er war meine erste Festbrennweite im Fuji Universum und wurde intensiv bei einer Hochzeit eingesetzt. Das eine Foto, wo die Braut aus dem Auto aussteigt und ich mit Offenblende auf das rechte Auge scharfstelle, geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Ich mag die Linse, obwohl der AF manchmal rattert und knattert.

Fujifilm XF 56mm f1.2

Erinnert mich stark an das Nocticron 42,5mm f1.2 für mFT aber halt mit stärkerer Freistellung. Auch damit habe ich bei der besagten Hochzeit wunderschöne Detail- und Portraitaufnahmen gemacht.

 

Fujifilm XF 55-200mm f3.5-4.8

Das auf KB umgerechnete 84-305mm Zoom mit der krummen f4.8 als Offenblende am langen Ende ist für mich ein hidden Champion. Unscheinbar klein und kompakt, liefert es aber bereits bei Offenblende scharfe Bilder ab und ist mit OIS ausgestattet. Zusammen mit dem XF 10-24mm f4 meine Minimalausstattung wenn es kleines Gepäck auf Reisen sein muss.

 

Fujifilm XF 100-400mm f4.5-5.6

Die Loverstory mit dem 100-400er begann mit einem Defekt. Ich habe es gebraucht bei Jemandem kaufen wollen, stellte dann aber beim Ausprobieren fest, dass der Stabi defekt war. Da noch Garantie darauf war, haben wir uns auf einen guten Preis geeinigt und dann habe ich es erstmal zu Fujifilm eingeschickt. Sowas habe ich auch noch nie gemacht. Habs dann persönlich in Kleve abgeholt nachdem es zuvor kostenlos von Fuji repariert wurde. Die Linse ist einfach perfekt! Am langen Ende messerscharf und selbst mit dem 2-fach TC liefert es noch mehr als brauchbare Ergebnisse.

 

Ansonsten tummeln sich noch viele weitere Fujifilm Linsen in meinem Portfolio, die wirklich hervorragend sind.